Hygiene in Lüftungsanlagen

Raumlufttechnische Anlagen, kurz auch RLT-Anlagen genannt, können nicht nur hygienische Probleme verursachen, sondern auch krank machen.
Schuld daran ist jedoch in den wenigsten Fällen die Anlagentechnik an sich, sondern in erster Linie eine ungenügende Instandhaltung, insbesondere Reinigung.

Durch ungenügende Instandhaltung bedingte Probleme sowie Verunreinigungen und Krankheiten auslösende Belastungen der Raumluft können zudem durch Fehler in der Planung und in der Ausführung aber auch im Betrieb der Anlage u. U. erheblich verstärkt werden.

Gesundheitsschädliche bzw. -gefährdende Keimbelastungen können immer dann entstehen, wenn in Teilen der RLT-Anlage, z. B. im Lüftungsgerät oder in den Kanälen, Feuchtigkeit mit Nährstoffquellen zusammenkommt. Eine bedeutsame Nährstoffquelle sind Staubablagerungen.

Diesbezüglich sind als häufigste Problemstellen zu nennen:

  • Filter

In Abhängigkeit vom Luftdurchsatz, der Belastung der durchströmenden Luft und der Standzeit können Filter hochgradig mit Stäuben befrachtet sein.
Kommt dann Feuchtigkeit mit ins Spiel, können sich Bakterien und Pilze entwickeln und so den Filter regelrecht kontaminieren.
Sporen, Gift und Geruchsstoffe werden dann ungehindert in den Luftstrom und damit in die Raumluft abgegeben.

  • Befeuchter

Von Zerstäubungs- und Verdunstungsbefeuchtern kann, wenn der Keimgehalt des Befeuchtungswassers bei ungenügender Instandhaltung bedrohlich ansteigt, eine erhebliche Gefährdung ausgehen.

  • Wärmetauscher

Sowohl in Kühlregistern als auch in Wärmerückgewinnungselementen kann sich Kondenswasser bilden. Wenn sich dieses mit Stäuben, Insektenleichen und anderen Partikeln verbindet, entsteht ein Nährboden für Mikroorganismen, die sich ungehindert vermehren und verbreiten können.

  • Kühltürme

Mit dem Sprühnebel können Keime, z. B. Legionellen, aus Kühltürmen ausgetragen werden, die sich dann ausbreiten und Krankheiten verursachen können, die mitunter tödlich verlaufen. So starben Anfang des Jahres 2010 in Ulm 5 von 64 Personen, die in Folge der Infektion mit aus einem Kühlturm stammenden Legionellen-Bakterien an schwerer Lungenentzündung erkrankt waren.

Darüber hinaus kommt es aber auch vor, dass aus schadhaften oder überalterten Schalldämpfern Glas- oder Mineralwollefasern an die Luft abgegeben, damit in die Räume eingetragen und dort eingeatmet werden.

Von daher ist es nicht verwunderlich, dass bundesweit hygienische Vorgaben zur Instandhaltung von RLT-Anlagen festgelegt worden sind.

Erstmals wurden diese für Büro-, Versammlungs- und vergleichbare Aufenthaltsräume in der VDI-Richtline 6022 definiert.
Im Jahr 2002 wurde die Gültigkeit der v. g. Richtlinie auf alle restlichen Klima- und Lüftungsanlagen in Nichtwohngebäuden erweitert.
Zwischenzeitlich liegt die VDI-Richtlinie 6022 mit Ausgabedatum 2011-07 vor.

Neben den hygienischen Anforderungen geht diese Richtlinie auf die notwendige Planung, die Errichtung und den Betrieb von RLT-Anlagen, RLT-Geräten und deren Komponenten ein.

Weiterhin werden übergeordnete Hygieneinspektionen in Lüftungs- und Klimaanlagen gefordert.
Die dürfen nur von eigens dazu Berechtigten durchgeführt werden.

Für Lüftungsanlagen in Wohngebäuden gilt analog die DIN 1946-4, Ausgabedatum 2009-05.

Wir arbeiten im Bereich der RLT-Anlagen-Technik seit einigen Jahren eng mit der Gebäudetechnik Motzka GmbH mit Sitz in Rudolstadt / Thür. zusammen, die u. a. die Berechtigung hat, die vorgeschriebenen Hygieneuntersuchungen an Lüftungsanlagen durchzuführen.

Einen Überblick zum gesamten Leistungsprofil der Gebäudetechnik Motzka GmbH finden Sie hier.

Einen Kontakt vermitteln wir selbstverständlich gern.